Der große piemontesische Weißwein

Für die Höfe bestimmt hat dieser Wein seine Berufung zu Qualität und Eleganz nie verraten.
Die Reglementierung grenzt das Produktionsgebiet auf circa 1.450 Hektar in 11 Gemeinden ein: singulär ist die Zahlenanalogie mit den Orten des Barolo, dem großen piemontesischen Rotwein, von dem der Gavi als der Homolog unter den Weißweinen betrachtet wird.

Das Produktionsgebiet des Gavi ist in der Reglementierung definiert und war 2002 Gegenstand der ersten in Italien vorgenommenen Revision des Weinbergregisters. In diesen Weinbergen werden nur Cortese-Rebstöcke zur Herstellung des reinen Gavi angebaut.

Das Klischee, nach dem es sich beim Gavi um einen Wein handele, welcher ausschließlich jung getrunken werden muss, wurde inzwischen von den Tatsachen verdrängt: Weinproben von Gavi mit fünf, zehn Jahren und älter beweisen, dass er sich perfekt konserviert und durch die lange Veredelung organoleptisch bereichert. Nichts desto trotz bestehen eine Vielzahl von Gavi-Weinen, die aus der Frische ihre Stärke machen, was jedoch nicht bedeutet, dass sie eine schwache Struktur besitzen oder unausgeglichen sind. Die Cortese-Weinrebe ist in der Tat in voneinander abweichenden Typologien zu Hause: still oder spritzig, jung oder reif, in Holz- oder Stahlfässern verfeinert.

Der Gavi entsteht an der Stelle des Piemonts, die, in Luftlinie, Ligurien am nächsten gelegen ist, und erfreut sich daher des “marinen” Windes, welcher einen gewissen Einfluss auf das Mikroklima des Gebietes und die Charakteristiken des Weines ausübt, dem er Zitrusnoten sowie den typischen Geruch von Bittermandel verleiht, welcher im Laufe der Zeit auf die mineralischen Töne übergeht.